Ein Rückblick: Amazonas Waldbrände

Können Sie sich noch an die Waldbrände des Amazonas erinnern? Grausame Nachrichten gehen um die Welt, lassen Menschen aufhorchen, Anteilnahme nehmen und Bewusstsein schaffen. Es ist gut und wichtig, über solche Katastrophen zu berichten, denn ohne mediale Aufmerksamkeit würden nicht solch hohe Beträge an Spenden zusammenkommen. Auch die Politik wird unter Druck gesetzt und zum Handeln aufgefordert. Die Katastrophen bleiben jedoch bestehen – auch ohne mediale Aufmerksamkeit. Daher schauen wir noch einmal zurück, um zu sehen, was bis heute passiert ist. Die im Sommer 2019 entfachten Waldbrände des Amazonas erstreckten sich über sechs Länder auf dem südamerikanischen Kontinent. Brände sind dort keine Seltenheit und treten aufgrund der Trockenperioden regelmäßig als Naturphänomen auf. Dennoch gab es 2019 einen rasanten Anstieg mit 89.178 Waldbränden (im Vorjahr 68.345), die größtenteils auf Rodungen zurückgeführt werden. Brandrodungen und Abholzungen sind im Amazonas-Gebiet nicht ungewöhnlich und bringen viel Gewinn, denn die Flächen werden für Rinderweiden oder beispielsweise den Anbau von Sojabohnen genutzt. Als einer der größten Exporteure ist das Gebiet Brasiliens besonders gefragt. Dabei ist der Amazonas als weltweit größter Regenwald die grüne Lunge der Erde und ein wichtiger Faktor für unser Klima. Es geht nicht nur um Umweltschutz, den NGOs oder Klimaaktivsten fordern, sondern Zustände, vor denen Experten warnen. Das Wechselspiel zwischen Wald und Regen wird durch die immer weiter voranschreitenden Rodungen in Gefahr gebracht. Der Wald gibt eine Menge Feuchtigkeit an die Erde zurück, verringert sich dieser Kreislauf, könnte das Klima kippen und weite Teile des Kontinents nicht mehr genügend Regen abbekommen. Bis heute ist der Amazonas Rodungen und Abholzungen ausgesetzt, die von politischer Seite auch nicht verhindert oder eingegrenzt werden. Der Zuspruch europäischer Länder, Brasilien finanziell zu helfen, wurde vom Präsidenten abgelehnt. Hier spielen weniger Umweltpolitik und dafür viel mehr wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Wie sich dies in der kommenden Trockenperiode auswirken wird, bleibt abzuwarten. Auch wenn inzwischen wieder grün gewordene Flächen etwas Hoffnung geben, scheint die weitere Zerstörung des Amazonas unaufhaltbar.

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